Claus, du bist der Experte bei adesso für Digitale Identitäten. Wie blickst du auf die neuen EU-Wallets?
Ich sehe darin grundsätzlich einen Fortschritt, denn das EU-Wallet wird vieles vereinfachen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger. Personalausweis, Führerschein und Fahrzeugschein virtuell bei sich zu tragen, ist sehr praktisch, aber dabei wird nicht bleiben. Denn, und das ist den meisten sicherlich noch nicht klar, das EU-Wallet wird demnächst auch eine Bezahlmöglichkeit darstellen.
Weil die virtuelle Brieftasche dann auch Kreditkarten enthalten wird?
Ja, und es wird möglich sein, Zahlungsfreigaben und Vertragsabschlüsse darüber abwickeln zu können. Da heißt, User bekommen damit im Grunde eine große Bandbreite an Möglichkeiten, an die sie sich sicherlich schnell gewöhnen werden. Im Umkehrschluss bedeutet das: Firmen, die nicht rechtzeitig EU-Wallet-ready sind, verpassen hier eine große Chance.
Was rätst du Firmen?
Jetzt bloß keine Zeit verlieren! Um EU-Wallets akzeptieren zu können, zum Beispiel im Online-Shop, braucht es eine sichere technische Lösung. Diese einzurichten, geht aber nicht von heute auf morgen. Deswegen sollten Unternehmen genug Zeit einplanen. Die EU-Wallets kommen zwar erst Ende 2026, aber inklusive Analyse und Testing sollte Firmen ein paar Monate einplanen, um wirklich pünktlich zum Start EU-Wallet-ready zu sein.
Was zeichnet adesso als Dienstleister aus, um Firmen hierbei zu begleiten?
Uns zeichnet aus, dass wir nicht nur Technologieservices anbieten. Wir unterstützen unsere Kunden, auf Grund unserer Lösungskompetenz in allen Branchen, bei der Integration in Prozesse und vielfältigen Systemlandschaften. Das gibt es nur bei adesso.
adesso gehört auch zu den ersten Unterzeichnern eines „Memorandum of Understanding zur erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet“.
Ja, denn wir bei adesso halten diesen digitale Identitätsstandard für sehr sinnvoll und wollen möglichst alle Firmen dazu motivieren, hierbei mitzumachen. Die Anwendungsfälle sind praktisch unendlich.
Welche Vorteile siehst du insgesamt bei den EU-Wallets?
Naja, es handelt sich um einen EU-weiten Standard. Das macht es für Kunden, beispielsweise aus Frankreich oder Spanien einfacher, auf Dienstleistungen und Angebote deutscher Firmen zuzugreifen. Im Zweifel bringen die EU-Wallets mehr Umsatz und bieten gleichzeitig eine stärkere Kundenbindung, denn es handelt sich um einen neuen und sehr sicheren Weg, mit Kunden zu kommunizieren.