KI-Agenten können Aufgaben selbstständig erledigen, doch Unternehmen halten den Menschen genau dort in der Verantwortung, wo es um Geld und kritische Daten geht. Das zeigt eine Befragung von 500 Entscheiderinnen und Entscheider deutscher Unternehmen im Auftrag des IT-Dienstleisters adesso. Mit der Bedeutung einer Aufgabe sinkt die Freiheit der Agenten: Bei der Recherche dürfen sie nach Angaben von 38 Prozent der Befragten ohne menschliche Freigabe arbeiten. Bei Kundenanfragen sind es nach Angaben noch 19 Prozent. Wenn es um Bestellungen und finanzielle Transaktionen geht, sinken die Zahlen auf 8 und 2 Prozent.
Recherche ja, Finanzen nein: Vertrauen nach Risiko
Auch bei Daten in geschäftskritischen Systemen halten die Befragten die Leine kurz: Nur 4 Prozent erlauben KI-Agenten, diese ohne Freigabe zu ändern. Der Blick nach vorn bestätigt das Muster: Bis 2028 rechnen 74 Prozent der Befragten damit, dass Agenten Informationen ohne Freigabe recherchieren und aufbereiten dürfen, bei Kundenanfragen sind es 55 Prozent. Bei Daten in geschäftskritischen Systemen und bei finanziellen Transaktionen gehen dagegen jeweils rund 60 Prozent davon aus, dass Agenten auch bis 2028 nicht ohne menschliche Freigabe handeln. Trotz dieser teils verhaltenen Einschätzung lässt sich ein deutlicher Trend hin zu mehr Vertrauen in autonome KI-Agenten erkennen, sie werden zunehmend zu tragenden Säulen für Unternehmensprozesse – auch in sensiblen Bereichen.
Kontrolle und Verantwortung hinken Nutzung hinterher
Damit Agenten nur das ohne Freigabe tun, was sie dürfen, müssen sie sich kontrollieren lassen. Hier zeigen sich Lücken: Nur 34 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen einen Agenten sofort stoppen kann, 29 Prozent können fehlerhafte Aktionen rückgängig machen. Eine vollständige Protokollierung der Agentenaktionen gibt es bei 35 Prozent und 27 Prozent können nicht beurteilen, welche Kontrollmöglichkeiten ihr Unternehmen hat. Auch die Verantwortung ist selten verbindlich geklärt: Nur 19 Prozent haben Betrieb, Überwachung, Weiterentwicklung und mögliche Fehler eines Agenten vollständig geregelt. Die Ergebnisse lassen sich so lesen: Entscheider verteilen ihr Vertrauen in KI-Agenten nach Risiko.