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Menschen von oben fotografiert, die an einem Tisch sitzen.

Auch im Jahr 2021 ist das Thema Cloud weiterhin in aller Munde. Insbesondere die „eher konservativen" Branchen – etwa die Versicherungsbranche – gehen den Schritt in Richtung einer Cloud-Infrastruktur und stellen sich mit neuen Softwarelösungen den steigenden Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer. Aspekte wie Kosten, Sicherheit, Leistung, aber insbesondere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sind Kriterien, welche dabei Berücksichtigung finden und auch im Fokus stehen. Mit der Elastizität kommt nun ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, der es ermöglicht, weitere Vorteile aus der Cloud-Infrastruktur zu gewinnen. In diesem Blog-Beitrag möchte ich euch erläutern, was mit Cloud-Elastizität gemeint ist, welche Vorteile sie bietet und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um diese umzusetzen.

Eine elastische Infrastruktur gibt die Möglichkeit, Prozessor-, Arbeitsspeicher- und Speicherressourcen ad hoc zu erweitern beziehungsweise zu reduzieren. So kann ein Versicherungsunternehmen dynamisch auf Lastspitzen reagieren, ohne langfristig starre Kosten für den Betrieb einplanen zu müssen. Dazu werden, neben einer elastischen Architektur, Metriken und ein hoher Automatisierungsgrad benötigt.

Elastizität ist nicht das Gleiche wie Skalierbarkeit

Häufig werden die Begriffe "Elastizität" und "Skalierbarkeit" Synonym verwendet. Das ist aber nicht korrekt. Unter Skalierbarkeit versteht man die Fähigkeit, ein System auf die Anforderungen der Nutzung hinsichtlich Leistung anzupassen. Die Skalierung ist damit eine grundsätzliche Voraussetzung für eine elastische Infrastruktur. Andersherum kann eine Anwendung auch skalierbar sein, ohne den Anforderungen an eine elastische Infrastruktur zu genügen. So lassen sich monolithische Systeme mit Vorbereitung über mehrere Maschinen skalieren. Eine individuelle Reaktion auf Lastspitzen ist damit allerdings nicht gegeben und eine Anpassung der Ressourcen ist nur bis zur Hardwaregrenze möglich. Eine elastische Infrastruktur hingegen kann sich dynamisch anhand hoher Automatisierung und ausgeprägtem Monitoring den Anforderungen eines Business‘ anpassen.

Die im Anschluss daran durchzuführende Skalierung kann sowohl vertikal als auch horizontal erfolgen.

Die Leistung eines Systems lässt sich über horizontale oder vertikale Skalierung erreichen

Die Leistung eines Systems lässt sich über horizontale oder vertikale Skalierung erreichen

Vertikale Skalierung bedeutet, dass einzelne Serverinstanzen dynamisch mit zusätzlichen Ressourcen bestückt werden, während eine horizontale Skalierung (scale out) über das Hinzufügen weiterer Serverinstanzen und damit einer Parallelisierung der Softwarelösung erreicht wird. Die Voraussetzungen für eine vertikale Skalierung sind deutlich höher, da die Softwarelösung den parallelen Betrieb unterstützen muss. Damit wird jedoch eine deutlich dynamischere Anpassung der Ressourcen an die Anforderungen ermöglicht.

Voraussetzung für die Cloud-Elastizität ist die Cloud-Fähigkeit

Natürlich versteht sich von selbst, dass dem Gedanken an Cloud-Elastizität beziehungsweise eine Skalierung über die Cloud, der Aufbau einer tragfähigen Cloud-Infrastruktur sowie die Umstellung einzelner Softwarelösungen vorausgehen muss. Daher gilt es, eine Reihe von Fragen zu beantworten, um zu beurteilen, ob Cloud-Elastizität in der gegebenen Infrastruktur bereits umsetzbar ist oder vorab in die notwendigen Voraussetzungen investiert werden muss.

Werden bereits (alle) Anwendungen in der Cloud betrieben?

Grundvoraussetzung einer elastischen Infrastruktur ist die Bereitstellung der notwendigen Applikationen in der Cloud. Steht dieser Schritt aus, so sollte die Erarbeitung und Umsetzung einer durchgängigen Cloud-Strategie an erster Stelle stehen.

Ist die Migration der Anwendungslandschaft schon durchgängig durchgeführt worden?

Die Vorteile einer elastischen Infrastruktur potenzieren sich, sobald auf durchgängige fachliche Anwendungsfälle reagiert werden kann.

Sind die Startzeiten der Anwendungen moderat und sind die Metriken zur Nutzung bereits sauber definiert?

Ein durchgängiges Monitoring, aus dem die Nutzungsparameter beziehungsweise die Auslastung des Gesamtsystems entnommen werden können, ist Voraussetzung für eine automatisierte Skalierung. Die Startzeiten der Anwendung beziehungsweise ihre Services müssen die notwendige Dynamik ebenfalls abbilden können.

Skalieren die Anwendungen sauber beziehungsweise sind die Anwendungen im Idealfall zustandslos?

Ein stabiler Betrieb der IT-Landschaft in einer Cloud-Infrastruktur, der eine dynamische Ressourcenanpassung ermöglicht, ist die Grundvoraussetzung für eine Umsetzung.

Cloud-Elastizität schöpft Potenziale der Cloud aus

Eine Cloud-Infrastruktur, die nach den Parametern der Elastizität optimiert wurde, kann auf Lastspitzen in Geschäftsprozessen dynamisch und automatisiert reagieren und nutzt die Möglichkeiten moderner Microservice-basierter Softwarearchitektur aus. Dies spart Ressourcen und ermöglicht es – neben der Einsparung von Kosten für das Versicherungsunternehmen – einen nachhaltigen Umgang mit allgemeinen Ressourcen zu etablieren und den CO2-Footprint zu reduzieren.

Ihr möchtet mehr über spannende Themen aus der adesso-Welt erfahren? Dann werft auch einen Blick in unsere bisher erschienenen Blog-Beiträge. Auf unserer Website erfahrt ihr übrigens mehr zum Thema Cloud-Elastizität.

Bild Stefan Rogge

Autor Stefan Rogge

Stefan Rogge verantwortet als Principal Business Architekt das technische Business Development für den Bereich Versicherungen bei adesso. Die Kombination aus mehr als 15 Jahren Projekterfahrung und dem starken Interesse an Technologien, welche die Digitalisierung der Versicherungsbranche nachhaltig antreiben, hilft ihm, das technische Lösungsportfolio weiter auszubauen. Stefan engagiert sich zudem seit 2013 aktiv in den Gremien des Brancheninstituts Prozesse (BiPRO) und dem German Sustainability Network (GSN).

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