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Künstliche Intelligenz

aditorial – das adesso-Magazin, Ausgabe 1-2018

Vor der künstlichen ist erst die menschliche Intelligenz gefragt

Liebe Leserinnen und Leser,
unsere Jobs könnte bereits in wenigen Jahren eine Künstliche Intelligenz übernehmen. Diese Überzeugung könnte bei Ihnen jedenfalls entstanden sein, wenn Sie die Medien in den letzten Monaten verfolgt haben. Die neuen Systeme werden unsere Aufgaben besser, schneller und günstiger erledigen als wir Menschen. Unsere Nachfolger werden nie müde, übersehen nie etwas und sind mit dem Gedanken nie beim letzten Bundesligaspieltag. Gestern Schach, heute Go, morgen der ganze Rest: Die Erfolgsgeschichte von KI scheint bereits festzustehen. KI kann jetzt schon vieles und wird bald fast alles können – so der Tenor vieler Berichte.


Prof. Dr. Volker Gruhn, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der adesso AG

So ist KI in der öffentlichen Wahrnehmung inzwischen vom Nimbus des Magischen umgeben. Aber: Erfolgreiche KI-Projekte werden nicht in den Zauberlaboren von Hogwarts heraufbeschworen. Sie basieren auf einem detaillierten Verständnis für die Anforderungen der eigenen Branche und der eigenen Kunden. Sie erfordern Diskussionen zwischen Fach- und IT-Abteilung ebenso wie das kenntnisreiche Bewerten von Technologien und ihren Möglichkeiten. Kurzum: Sie sind das Ergebnis von sauber auf- und umgesetzten IT-Projekten. All die – in großen Teilen sicherlich berechtigte – Euphorie um die Potenziale von KI darf den Blick darauf nicht verstellen. Auch solche Systeme müssen Experten entwickeln, bauen, testen, implementieren und anpassen. Damit Künstliche Intelligenz funktioniert, müssen wir Menschen also weiter unsere eigenen Köpfe anstrengen.

Atoms, Bits, Cognition and Data

Menschliche Intelligenz ist unabdingbar für die Entwicklung einer gänzlich neuen Art von Systemen, wie sie gerade entstehen. Künstliche Intelligenz ist dabei nur einer der Treiber der Entwicklung. In Zukunft werden wir es immer häufiger mit Systemen zu tun haben, in denen die reale Welt von Menschen, Maschinen und Gegenständen (Atome) mit der virtuellen Welt aus Software, Daten und Algorithmen (Bits) bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander verschmelzen. Systeme, bei denen wir die gesammelten Daten mit jetzt noch ungeahnten Möglichkeiten kognitiver Anwendungen analysieren und daraus Rückschlüsse ziehen können. Und weil das auf Englisch einfach besser zusammenpasst, reden wir von „Systems of Atoms, Bits, Cognition and Data“ (ABCD-Systems).

Ich bin davon überzeugt, dass das die kommende IT-Struktur ist: Im Kern besteht diese aus den klassischen Informationssystemen, die wir schon seit Jahrzehnten kennen und optimieren. Auf dieser Grundlage arbeiten integrierte Lösungen aus Cyber Physical Systems und Cognitive Computing Systems – je nach Branche und Unternehmen in unterschiedlichen Gewichtungen und Ausprägungen. In dieser Konstellation aus ABCD verändern sich Geschäftsmodelle, hier wird über Erfolg oder Misserfolg entschieden. Auch für diese Systeme gilt: Das Beherrschen von Technologien ist nur eine Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Alles Technologiewissen ist aber nichts wert ohne die Fähigkeit, es in die Alltagswelt der eigenen Mitarbeiter und Kunden zu übersetzen. Neue Prozesse, Angebote und Services kann nur der entwickeln, der Branche und Mitarbeiter versteht.

Künstliche Intelligenz ist also nur eine Facette einer größeren Entwicklung – wenn auch die schillerndste. Wie schon erwähnt: Wenn Unternehmen das Thema richtig angehen, lassen sich die Potenziale nur erahnen. Es fällt schwer, sich einen Bereich vorzustellen, der nicht davon profitieren würde. KI erlaubt es der Unternehmensführung, einen ganz anderen Einblick in die eigenen Daten zu haben. Sie ermöglicht es dem Service, Kundenorientierung im Voraus zu denken. Sie liefert den Logistikexperten die Grundlage für die Prozessoptimierung auf einem ganz neuen Niveau. Artificial Enterprise Intelligence, Artificial Customer Intelligence oder Artificial Logistic Intelligence – am Ende läuft es auf Artificial X Intelligence hinaus.

Die Art und Weise, wie wir Menschen, Prozesse und reale Objekte sehen und verstehen, wandelt sich gerade grundlegend. Ihr und unser Job wird es sein, dafür die passenden ABCD-Systeme zu entwickeln. Eine große Aufgabe dabei ist es, sinnvolle Anwendungen für KI-Lösungen zu finden und zu realisieren. Und das wird genauso spannend, wie es sich anhört. Einige Ansätze stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor.

Viele Grüße

Prof. Dr. Volker Gruhn
Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der adesso AG

Unsere Top-Themen

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1. KI: Eine Disziplin startet durch

Intelligente Software, Robotik, Maschinelles Lernen, neuronale Netze – das sind die spannenden Schlagworte rund um das Trendthema Künstliche Intelligenz. Big Data, die gestiegenen Rechenkapazitäten und leistungsstarke neue Plattformen und Algorithmen haben KI in der heutigen Dimension erst möglich gemacht. Als Querschnittstechnologie stoßen KI-Methoden in allen Branchen auf Interesse. Schöne neue Welt?

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3. KI-Projekt „Ask Mercedes”

Das neue Auto steht in der Garage. Alles blinkt und blitzt. Die Vorfreude auf den Fahrspaß ist groß. Aber gleichzeitig sind da Fragen: Wie funktioniert das alles hier im neuen Auto?

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2. KI: Mehr als Chatbots und neuronale Netze

Text Mining und Natural Language Processing (NLP) sind ein anderes wichtiges Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. In beiden Disziplinen geht es um die Verarbeitung von Texten, nicht von Sprache. NLP-Methoden analysieren Texte in einer „tiefen“ Art und Weise. Dabei werden Worttypen wie Substantive, Artikel und Verben erkannt.

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4. Digitalisierung und KI im Amateur-Fußball

Data Science ist eine noch junge Disziplin. Die Zahl der Unternehmen, die den Wert von Big Data und Analytics für sich nutzen wollen, nimmt immer mehr zu. Doch es gibt nur wenige Unternehmen, bei denen Data Science konsequent als ein zentrales Element der Geschäftsidee genutzt wird. Eines dieser Unternehmen ist soccerwatch.tv, ein 25-köpfiges Start-up mit Sitz in Essen.

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People & Stories

Hier stellen wir Ihnen die Menschen hinter den Projekten vor: Interessante Stories zu den Personen, die für Sie tätig werden. Unsere Mitarbeiter haben überwiegend eine akademische Ausbildung zum Informatiker, Software Engineer und Wirtschaftsinformatiker, aber eben nicht nur. Ebenso haben wir beispielsweise Betriebs- und Volkswirte, Wirtschaftsingenieure, Finanzexperten, Sozial- und Geisteswissenschaftler für unsere interdisziplinären Projekte an Bord. Vielschichtig wie die Aufgaben sind auch die Menschen, die diese lösen. Lernen Sie sie hier mit all ihren Facetten – auch mal persönlicher – kennen.

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Julian Schunk: KI-affiner Analytics-Experte in der adesso Group

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Softwareentwickler mit „Doppelleben“ dank LARP

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