Mit dem DLT-Pilot-Regime hat die Europäische Union seit 2023 einen regulatorischen Rahmen geschaffen, der den Handel und die Abwicklung tokenisierter Finanzinstrumente ermöglicht. Damit zählt die EU zu den weltweit fortschrittlichsten Rechtsräumen für digitale Wertpapiere.
Die rasante Entwicklung der Blockchain-Technologie wirkt dabei als zentraler Katalysator. Sie beschleunigt Innovationen und etabliert sich zunehmend als integraler Bestandteil moderner Kapitalmarktinfrastrukturen. Diese Dynamik spiegelt sich auch in der aktuellen Marktentwicklung wider: Im zweiten Halbjahr 2025 wurden 71 digitale Wertpapiere emittiert – ein neuer Höchststand. Das Emissionsvolumen verdreifachte sich gegenüber dem Vorhalbjahr auf rund 280 Millionen Euro. Damit überschritt das Gesamtvolumen aller bislang emittierten tokenisierten Wertpapiere erstmals die Marke von einer Milliarde Euro und erreichte 1,23 Milliarden Euro.
Diese Innovationsdynamik stärkt nicht nur den technologischen Fortschritt der Branche, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Faktor für die digitale Souveränität der europäischen Finanzindustrie. Denn mit der Digitalisierung des Kapitalmarkts gewinnt die Frage an Bedeutung, wer die zugrunde liegenden Infrastrukturen entwickelt, betreibt und kontrolliert.
In diesem Fachinterview sprechen wir mit Sven Wilke, Deputy CEO & CGO Seturion, darüber, welche Bedeutung eine pan-europäische Settlement Plattform für die Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität des europäischen Finanzmarkts hat.