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Menschen, die zusammen an einem Tisch sitzen

Dieser Blog-Artikel beschreibt wie Train the Trainer unser adesso-internes Expertenteam gute und nachhaltige Wissensvermittlung für Erwachsene lehrt und welche Möglichkeiten in einer gezielteren Durchführung für die Trainer und Inhalte der Schulungen schlummern.

Der Schulungskatalog von adesso ist seit Jahren eine Institution innerhalb des Unternehmens. Viele adessi bieten für interessierte Kolleginnen und Kollegen Aus- und Weiterbildungen in ihren jeweiligen Fachdomänen an. Die Inhalte und Konzepte der jeweiligen Schulung werden von den adessi neben den regulären Aufgaben und in eigener Regie verfasst. Neben den vom adesso-internen Expertenteam durchgeführten Schulungen existieren natürlich noch solche, die von externen Trainern angeboten und durchgeführt werden. Dazu gehören auch die Schulungen rund um den Erwerb von Soft Skills.

Alle neuen internen Schulungsleitenden müssen zunächst die Schulung Train the Trainer besuchen. Hier wird gelernt und erlebt, was die Besonderheiten der sogenannten suggestopädischen Wissensvermittlung sind. Diese Schulung vermittelt auf ganzheitliche Art, frei nach dem Motto Trainings statt Folienvortrag, wie eine lebendige und erwachsenengerechte Methodik und Didaktik umgesetzt werden kann, ohne dabei einfach nur zwischen Vortag und Übung hin und her zu wechseln. Sie zeigt des Weiteren, wie Trainings professionell konzipiert und die jeweils passenden Trainingsmaterialien dafür erstellt werden können.

Auch CleanCode war zunächst ein Folienvortrag

Auch unsere Schulung zum Thema CleanCode war zunächst als reiner Folienvortrag konzipiert. In der IT fällt es scheinbar schwer, sich vom Rechner zu lösen und Programmierkonzepte und/oder -vorgehen sowie die Vermittlung dieser auf andere Art aufzubereiten, als am Rechner.
Dabei ist es für den Inhalt unerheblich, mit welcher Methode dieser vermittelt wird, so lange die Schulungsteilnehmenden das Erlernte verinnerlichen und praktizieren können und dabei Spaß haben. Es liegt auf der Hand, dass dies bei Folienvorträgen eher weniger der Fall ist. Außerdem wurden in unserem Fall die Folien schon etliche Male umgearbeitet und neuformuliert. Vieles war doppelt oder unglücklich aneinandergereiht. Es brauchte schon allein hier eine komplette Überarbeitung, nur es fehlte an Zeit und didaktischer Erfahrung.

Durch die Erkenntnisse aus der Train the Trainer-Schulung wurde uns klar, dass diese umgestaltet beziehungsweise neu konzipiert werden sollte. Schließlich sollte auch hier ein besserer Lerneffekt erreicht und die Teilnehmenden aktiver mitgenommen werden. Leider fehlten vor allem das Wissen und die Erfahrung in diesem Bereich, um ein neues Konzept komplett ohne Unterstützung für ein konkretes Thema umsetzen zu können. Das änderte sich, als die Anfrage an uns Trainer kam, ob wir uns nicht vorstellen könnten, die Schulung auch für externe Teilnehmende zu halten. Diese Chance wollten wir natürlich nutzen!

Train the Trainer - Spezial

Die Schulung in der existierenden Folienvortragsform extern zu halten war keine Option. Mit einem neuen, konzeptionell für Erwachsenenbildung angepassten Format wäre dies aber kein Problem. So ergriffen wir die Gelegenheit beim Schopf und fragten beim Organisations-Team der Schulungen an, ob es möglich wäre, eine Train the Trainer-Session nur für CleanCode-Trainer und das Konzept der CleanCode-Schulung zu bekommen. Am Ende sollte ein vollständig ausgearbeitetes Konzept vorhanden sein, dass auch extern gut bestehen kann.

Mit der Freigabe zu diesem Vorhaben hatten wir nun zwei Termine, an denen wir gemeinsam arbeiten konnten. Den Startschuss gab eine eintägige Train the Trainer-Einheit, da einigen Trainern die didaktische Basis noch fehlte und die anderen so ihr Wissen auffrischen konnten. Der zweite Termin diente dazu, das Vorgehen und Konzept der Schulung komplett neu aufzubauen und umzugestalten. Dazu war auch Anke Haberland vom Train the Trainer-Seminar eine große Unterstützung. Sie konnte uns durch ihren Erfahrungsschatz viele Tipps und Anregungen geben, um das neue CleanCode-Schulungskonzept zu erarbeiten. Vor allem für die didaktische Aufbereitung der Themen war dies eine enorme Hilfe.

Dieser zweite Train the Trainer-Workshop allein mit den Trainern eines Themas war besonders deshalb sehr produktiv und erfolgreich, weil wir uns von Anfang an auf ein Ziel konzentrieren, daran arbeiten und diskutieren konnten. Das ist in der üblichen Train the Trainer-Schulung nicht möglich, da dort viele verschiedene Trainer zusammenkommen und die Erarbeitung eines eigenen Schulungskonzept nicht in den Zeitrahmen passt. Im Train the Trainer lernt man hingegen die wichtigen Basics des ganzheitlichen erwachsenengerechten Lernens und Lehrens kennen und was es beutet, zu trainieren statt zu dozieren. Das alles erfährt man direkt live und in Farbe, so dass hier gelebt was geschult wird.

Nach diesen zwei Tagen der speziellen Train the Trainer-Edition stand ein von uns gemeinsam erarbeitets Konzept - eine enorme Leistung. Nur damit waren wir noch lange nicht fertig mit dem Erstellen der neuen Schulung. Ein Konzept zu haben alleine reicht nicht. Es müssen die einzelnen Bestandteile / Lerneinheiten ausgearbeitet und Materialien erstellt werden. Dies geschah außerhalb der Schulung und kostete nochmal mindestens zwei Wochen Arbeit. Grober Ablauf / veranschaulichtes Konzept

Das neue Konzept

Die Umstellung der Folien und die Aufteilung in kleinere Lernhappen war nicht nur strukturell für die bessere Wissensvermittlung wichtig, sondern auch inhaltlich. Vieles wurde in den Folien an mehreren Stellen wiederholt und die Lerninhalte, bzw. die Ziele waren nicht gut ersichtlich.

Code Smells

So wurden aus den Code-Smell-Programmierbeispielen aus den Folien Piazzen entworfen, die mehr zur Diskussion und Austausch anregen, als der frontale Vortrag. Die einzelnen Stationen beinhalten die wichtigsten Code Smells und können, je nach Gruppenstärke in der Anzahl der Stationen variiert werden. alte Folien

Beispiel Piazza-Station Hierbei ist für die Gruppe zunächst immer erst nur ein Poster (das linke) zu sehen und das andere verdeckt. Diese Methode dient dem gemeinsamen Austausch und Diskussion untereinander in Gruppen bis zu maximal 3 Personen. Hier wird beprochen was das Poster zeigen könnte, bzw. welcher Code Smell gemeint ist. Zunächst werden mögliche Lösungen besprochen, danach wird das rechte Poster mit der Lösung aufgedeckt.

Metriken

Für die Metriken, die meist für die statische Code-Analyse genutzt werden, gibt es ein Zuordnungs-Spiel. Hier können die Teilnehmenden vorgefertigte / vorgeschriebe Kärtchen aus einer Auslage nehmen und diese entsprechend an einer Pinwand zuordnen, nachdem diese gemeinsam in der Gruppe erklärt und besprochen wurden.

Prinzipien & Praktiken

Die CleanCode Prinzipien und Praktiken, die im alten Konzept viel zu kurz kamen und maximal in einem Nebensatz hier und da erwähnt wurden, bekommen mit dem neuen Konzept die zentrale Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Durch ein Domino werden die Prinzipien und Praktiken klar hervorgehoben und direkt besprochen. Dies müssen die Teilnehmenden beim Zuordnen gemeinsam lösen und sich die Begriffe gegenseitig erklären, wenn diese anderen nicht bekannt sind.

Als erstes wurde ein Prototyp erstellt, der zum Testen auf interessierte adessi losgelassen wurde. Domino Prototypn So konnten einige Unstimmigkeiten ausgeräumt werden, bevor das finale Spiel in Auftrag gegeben wurde.

Für die Domino-Steine wurden extra Hartschaumplatten verwendet, denen es nichts ausmacht, wenn sie viel hin- und hergeschoben werden. Das Ganze ist im adesso-Design gehalten und wirkt so auch sehr ansprechend. Das finale Domino wurde mit zwei verschiedenen Farben umgesetzt, da so zwei Gruppen pro Training damit arbeiten und wir die Steine gut auseinander halten können. das finale Domino

Es kann los gehen!

Mittlerweile ist alles ausgearbeitet, alle benötigten Materialien wurden geliefert und die nächste Schulung kann kommen. In dieser Form kann diese Schulung auch gerne für Externe angeboten werden. Mit dem neuen Konzept sind wir für eine adäquate Wissensvermittlung gut gerüstet. Die Piazzen, das Domino und die Kärtchen für die Metriken werden für Online-Schulung auf Miro-Boards gebracht und können da genauso gut wie in der Präsenz verwendet werden.

Ihr möchtet erfahren, was adesso sonst noch im Bereich der Weiterbildung bietet? Dann werft auch einen Blick auf unsere Website. Wenn ihr mehr zu spannenden Themen aus der adesso-Welt lesen möchtet, schaut in unsere bisher erschienenen Blog-Beiträge.

Bild Bianca Batsch

Autorin Bianca Batsch

Bianca Batsch ist Senior Software Engineer im Bereich Lottery. Ihre Schwerpunkte sind Java-Technologien - speziell FirstSpirit.

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