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Im Laufe meiner Ausbildung bei adesso, in der Berufsschule und im Privaten begegne ich täglich Menschen mit den verschiedensten Geschichten. Darunter auch jene, die in bestimmten Momenten hinterfragen, ob es gerade sicher ist, sie selbst sein zu dürfen. Ob es nicht besser wäre, in ihrem Satz den Partner eher als guten Freund zu betiteln. Ob es vielleicht gefährlich ist, die Hand des Partners in der Öffentlichkeit zu halten.

Dabei haben wir uns nicht ausgesucht, so zu sein wie wir sind. Ich habe nie beschlossen, schwul zu sein. Warum sollte ich mir also immer wieder Sorgen darüber machen müssen, wie das Gegenüber damit umgeht?

„Früher war alles anders. Da gab es sowas nicht!“, hätte mein Großvater gesagt. Doch genau hier liegt das Problem: Die Vorsicht, bloß nicht aufzufallen, ist ein fundamentaler Teil dessen, wie wir uns durch die Welt bewegen müssen. Weil wir glauben, dass dieser Teil von uns lieber versteckt bleiben sollte. Und dieses Gefühl verschwindet nicht einfach so, wenn man der Vergangenheit entflieht, wenn man in eine neue Stadt zieht, den Job wechselt oder das Unternehmen bunter wird.

Ich bin nur ein Beispiel. Eines von vielen queeren Leben und wohlweißlich eher eines, das unbekümmert morgens zur Arbeit gehen kann. Was ich lange nicht wusste: Auf der Arbeit so akzeptiert zu werden ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist Glück.

Vielfalt ist kein Bonus. Sie ist der Antrieb.

Die IT-Branche ist eine der queersten Branchen auf dem Arbeitsmarkt. Laut einem Stack-Overflow-Report identifizieren sich rund acht Prozent der befragten Entwicklerinnen und Entwickler als LGBTQIA+ mehr als in den meisten anderen Sektoren. Und gleichzeitig berichten viele, sich am Arbeitsplatz nicht vollständig sichtbar oder sicher zu fühlen.

Sichtbarkeit entsteht nicht durch ein Regenbogenlogo im Juni. Sie muss auch nicht aufdringlich sein. Sie entsteht in den scheinbar kleinsten Momenten: wenn jemand seinen Partner erwähnt und nichts passiert. Wenn die Reaktion auf ein schweißtreibendes Outing nur ein "Und, jetzt?" ist. Wenn jemand neu ins Team kommt und merkt: Hier muss ich nicht abwägen, wer ich heute bin und wen ich zeige. Psychologische Sicherheit ist kein weiches Thema. Sie ist die Grundlage dafür, dass Menschen zeigen können, was wirklich in ihnen steckt.

Bei adesso darf ich das jeden Tag erleben. Nicht als Werbe-Claim. Sondern als Haltung der Menschen, die mich ausgebildet haben und die mich vollständig akzeptiert haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und genau aus dem Grund gehen wir unter der Flagge auf die Straße.

Wir bekennen Farbe

Im Sommer helfe ich zum dritten Mal in Hamburg mit, die Wagen für den Christopher Street Day aufzubauen. Dass adesso in diesem Jahr gleich in sechs Städten beim CSD teilnimmt, darunter endlich auch in meiner Wahlheimat Köln ist ein klares Zeichen einer Arbeitskultur und Kollegialität, die nicht selbstverständlich ist. Diese Momente feiern wir gemeinsam: in der täglichen Zusammenarbeit und groß auf der Straße mit allen, die wissen, dass im Juni Flagge zu zeigen mehr bedeutet, als nur dabei zu sein.

Ich wünsche mir nicht, dass das Queer-Sein kein Thema mehr ist. Ich wünsche mir, dass es eines sein darf ohne dass es zum Problem wird. Und irgendwann, hoffentlich, muss auch niemand mehr darum kämpfen, einfach so sein zu dürfen, wie er ist. Ohne einen weiteren Blick auf Konsequenzen.

Bild Konrad Palka

Autor Konrad Palka

Konrad Palka hat seine Ausbildung als Mediengestalter bei adesso erfolgreich abgeschlossen. In Köln zu Hause, konzipiert und gestaltet er für namhafte Kundinnen und Kunden digitale Nutzererlebnisse.

Kategorie:

Inside adesso

Schlagwörter:

Diversity


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