EUDAMED-M2M-Anbindung

Module, Wege, Umsetzung - Ihr Weg zur EUDAMED-Compliance

Was seit dem 28. Mai 2026 gilt und warum die Anbindung jetzt zum Thema wird

EUDAMED ist die europäische Datenbank für Medizinprodukte der EU-Kommission. Seit dem 28. Mai 2026 ist die Nutzung der ersten vier von insgesamt sechs EUDAMED-Modulen verpflichtend. Damit sind Hersteller, Bevollmächtigte und Benannte Stellen erstmals verbindlich in der Pflicht, ihre regulatorischen Daten dauerhaft und korrekt in EUDAMED zu pflegen.

Für die Praxis heißt das: Einmalige, manuelle Eingaben reichen nicht mehr aus. Wer regelmäßig größere Datenmengen übermitteln muss, etwa bei umfangreichen Produktportfolios oder häufigen Änderungen, braucht einen belastbaren, wiederholbaren Prozess. Die EU-Kommission sieht dafür drei Übertragungswege vor. Welcher Weg sich lohnt, hängt stark vom Datenvolumen und der eigenen IT-Landschaft ab. Genau hier setzt die Machine-to-Machine-Anbindung an.

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6 EUDAMED-Module

4 verpflichtend seit dem 28.05.2026

3 Wege der Datenübermittlung

Wichtige Fristen im Überblick

28.11.2026 - Pflicht gilt zusätzlich für Bestandsprodukte.

28.05.2027 - Alt-Zertifikate müssen durch Benannte Stellen erfasst sein.


Die drei Übertragungswege

EUDAMED bietet drei Wege der Datenübermittlung. Sie unterscheiden sich vor allem im Automatisierungsgrad und in der Skalierbarkeit. Wir unterstützen Sie bei jedem Weg, den Sie gehen möchten. Für dauerhafte Compliance und größere Produktportfolios sehen wir die M2M-Anbindung im Vorteil.

Webportal (UI)

Manuelle Eingabe Datensatz für Datensatz. Sinnvoll bei sehr wenigen Produkten und seltenen Änderungen – bei Wachstum aber schnell aufwändig.

XML-Bulk-Upload

Halbautomatisch: Daten werden als XML-Datei nach EUDAMED-Schema hochgeladen. Große Portfolios müssen aufgeteilt werden, die Prüfung erfolgt nachgelagert.

M2M-Schnittstelle

Vollautomatisierter Austausch zwischen Ihrem ERP/QMS und EUDAMED – skalierbar, geprüft und auditierbar. Für viele Hersteller der tragfähigste Weg.

Machine-to-Machine – so funktioniert die Anbindung

Bei der M2M-Anbindung spricht Ihr bestehendes System direkt mit EUDAMED. Daten fließen aus SAP, QMS oder PLM über eine gesicherte Schnittstelle, werden vor dem Upload systemseitig geprüft und lückenlos protokolliert. adesso baut, validiert und betreibt diese Verbindung gemeinsam mit Ihnen.

Vorteile im Überblick

  • Single Source of Truth: Direktübertrag aus SAP/QMS. Kein Medienbruch, keine Duplizierung.
  • Pre-Validation vor dem Upload: Systemseitige Prüfung gegen das EUDAMED-Schema (XSD) vor der Übermittlung – so lassen sich abgewiesene Meldungen weitgehend vermeiden.
  • Skalierbar: 100 oder 50.000 Produkte – derselbe Prozess. Massenübertragung in einem Durchlauf statt manueller Eingabe.
  • Lückenlose Audit-Spur: Jede Transaktion systemseitig geloggt – konform protokolliert und nachvollziehbar.
  • Direkte Systemkopplung: Schnittstelle zu Ihren internen Systemen – keine manuelle Datenextraktion mehr.
  • Automatische Synchronisation: Statusänderungen werden zeitnah und automatisiert übermittelt – konform mit den MDR-/IVDR-Meldepflichten.

Datenfluss

Ihr ERP / QMS / PLM (z. B. SAP, Windchill, Veeva)M2M-Schnittstelle (Mapping, XSD-Pre-Validierung)EUDAMED (validiert & auditierbar)


Woher die Zeitersparnis kommt

Der Nutzen entsteht nicht durch ein einzelnes Feature, sondern dadurch, dass wiederkehrende manuelle Arbeit systemseitig übernommen wird.

  • Keine manuelle Synchronisation: Daten fließen direkt aus ERP/QMS – kein Copy-Paste zwischen Portal und internen Systemen, keine doppelte Pflege.
  • Automatische Statusprüfung: Zertifikatsstatus, Behördenbescheide oder Rückmeldungen werden automatisch erkannt, statt sie im Portal nachschlagen zu müssen.
  • Automatische Verknüpfung: Zusammenhänge wie UDI-DI zu Zertifikat oder Akteur zu Produkt werden systemseitig gematcht statt händisch zugeordnet.
  • Prüfung vor dem Upload: Fehler werden erkannt, bevor gesendet wird – das reduziert abgewiesene Meldungen und die Nacharbeit daran.
  • Massenverarbeitung: Viele Datensätze laufen in einem Durchlauf – der Aufwand wächst nicht mehr linear mit dem Portfolio.
  • Fristen ohne Zeitdruck: Meldungen werden automatisiert und wiederholbar übertragen – gesetzliche Fristen geraten nicht durch manuelle Schritte in Gefahr.


Wer ist von EUDAMED-Pflichten betroffen?

Die Nutzung der Module ist gesetzlich vorgeschrieben. Je nach Rolle unterscheiden sich die Pflichten.

Medizintechnikhersteller (herstellende Unternehmen)

  • ACT - SRN-Pflicht Beantragung & Stammdaten
  • UDI - Produktregistrierung aller Devices
  • CRF - Zertifikatsstatus überwachen
  • MSU - Marktüberwachungsmaßnahm
  • VIG & CIPS – Vigilanz und Klinik (geplant)

Benannte Stelle (NB, Notified Bodies)

  • ACT – Registrierung als NB mit SRN
  • CRF – CE-Zertifikate Batch-Upload
  • ACT – Verknüpfung Hersteller ↔ SRN
  • UDI – Zertifikats-Matching (lesend)

Importeure / Bevollmächtigte (AR/IMP, EU-Vertreter)

  • ACT – Registrierung als AR/IMP mit SRN
  • ACT – Verknüpfung mit dem Hersteller
  • UDI – Verifizierung der Produktdaten
  • CRF – Zertifikatsstatus einsehen

Die sechs Module im Überblick

Akteursregistrierung (ACT)

Relevant für: Hersteller, Importeure, Bevollmächtigte

Status: aktiv

Verwaltung aller Wirtschaftsakteure und Ausgabe der Single Registration Numbers (SRN) – die Stammdatenbasis, auf der alle anderen Module aufbauen.

Produktregistrierung (UDI)

Relevant für: Hersteller

Status: Aktiv

Das zentrale Modul: Basic UDI-DI, UDI-DI und Legacy Devices. Für die meisten Hersteller das umfangreichste Modul – mit striktem Data-Mapping und Versionslogik.

Zertifikate (CRF)

Relevant für: Hersteller (lesend) und Benannte Stellen (schreibend)

Status: Aktiv

CE- und QMS-Zertifikate sowie SSCP. Hersteller überwachen den Status, Benannte Stellen laden Zertifikate hoch und verknüpfen sie mit UDI-DIs.

Marktüberwachung (MSU)

Relevant für: Hersteller und Behörden (CAs)

Status: Aktiv

Austausch zu Marktüberwachungsmaßnahmen (MUCA), Inspektionen und behördlichen Bescheiden – relevant für Compliance-Monitoring und Audit-Vorbereitung.

Vigilanz (VIG)

Relevant für: Hersteller

Status: Geplant

Meldung von Vorkommnissen und Korrekturmaßnahmen (MIR, FSCA, FSN, PSUR) mit gesetzlichen Fristen – erfordert enge Integration mit dem Complaint-Management-System.

Klinische Prüfungen (CIPS)

Relevant für: Hersteller und Sponsoren

Status: Geplant

Registrierung klinischer Prüfungen und Leistungsstudien nach MDR/IVDR, inklusive Verknüpfung von Prüfpräparaten über UDI-DIs.


Vertreiben Sie auch in der Schweiz?

Dann reicht die MDR-Zertifizierung allein nicht: Das CE-Zeichen wird zwar anerkannt, doch zusätzlich benötigen Sie einen Schweizer Bevollmächtigten (CH-REP) sowie die Registrierung in Swissdamed. Eine gemeinsame M2M-Pipeline kann beide Datenbanken bedienen.

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Wir unterstützen Sie bei der M2M-Anbindung

Von der ersten Einordnung über die Anbindung Ihrer Systeme bis zur validierten, auditierbaren Übertragung an EUDAMED – wir begleiten Sie Schritt für Schritt. Starten Sie mit einem kurzen, unverbindlichen Gespräch.